Zusammenfassung
In der Vergangenheit Chinas herrschten rücksichtslose Stigmatisierung der Geisteskranken und Vernachlässigung ihrer einfachsten Bedürfnisse. Psychiatrische Krankenversorgung im Sinne der westlichen Medizin existierte nur in Küstenstädten mit westlich orientierten Universitäten. Gleichzeitig wurde traditionelle chinesische Medizin (TCM) mit Heilpflanzen und Akupunktur betrieben. Psychiatrische Krankenhäuser existierten nicht vor 1889. Die Pflege chronisch psychisch Kranker trugen Familien und Gemeinden. Die Krankheitshäufigkeit und das Krankheitsspektrum ähneln jedoch jenen westlicher Länder. Nach der Gründung der Volksrepublik wurden zunächst psychiatrische Krankenhäuser alten Stils geplant. Mit dem „Großen Sprung nach vorn" von 1958 an wurde ein psychiatrisches Versorgungssystem nach dem Modell der Sowjetunion als Vorbild angestrebt. Die ganze Psychiatrie war radikal biologisch orientiert. Psychotherapie existierte nicht und Psychologie wurde nicht als Wissenschaft anerkannt und vor 1978 an den Universitäten nicht gelehrt. Mit der Reform- und Eröffnungspolitik 1978 wurde die Ausbildung von Psychologie erst gefördert. Das Psychologiestudium wurde seit 1978 eingeführt und Psychotherapie und psychosomatische Medizin wurden in der psychiatrischen Krankenversorgung wieder zugelassen. Gegenwärtig ist die psychiatrische Krankenversorgung noch auf einem Entwicklungsstand vergleichbar mit der deutschen vor der Psychiatrie-Enquete. Neben dem Aufbau einer an der deutschen Gemeindepsychiatrie orientierten Versorgung wird auch die TCM weiter gefördert. Mit Gesetz von 2013 hat China nach 27 Jahren Vorbereitung eine gesetzliche und eine Planungsgrundlage für eine humane Versorgung psychisch Kranker geschaffen. Dieses Gesetz sichert die humanitären und die persönlichen Rechte der Kranken. Es stärkt das Vertrauen in die psychiatrischen Institutionen. Es sichert das Recht auf optimale Behandlung und gewährt bei Behandlungsfehlern unabhängigen Rechtsschutz.
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